Afghanistan

18.5.12

Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte

Die afghanische Regierung wird wohl auf sehr lange Zeit nicht in der Lage sein, ihre Sicherheitskräfte selbst zu bezahlen. Afghanistan kann dafür jährlich 500 Millionen Dollar aufbringen. Die internationale Staatengemeinschaft wird - so die Berechnungen - Kabul mit rund 3,6 Milliarden Dollar pro Jahr unterstützen müssen. Die USA werden davon rund die Hälfte übernehmen, bisher haben sie die Sicherheitskräfte nahezu vollständig finanziert. (Quelle: DLF "Hintergrund" 18.5.12)

 

PTBS – Betroffene in den USA

Post-Traumatic Stress Disorder – diese Diagnose wird in den USA jeden Monat bei Tausenden Soldaten gestellt. Die Gesamtzahl der Erkrankten wächst rasant: Im vergangenen Jahr waren mehr als 200.000 Irak- und Afghanistan-Kriegsveteranen wegen PTBS in Behandlung. (Quelle: hr-iNFO, 25.1.12)

 

PTBS - Fälle innerhalb der Bundeswehr sind weiter gestiegen

Die Anzahl traumatisierter Soldaten der Bundeswehr hat sich auf 922 im Jahr 2011 weiter erhöht. Der größte Teil der betroffenen Soldaten war vorher in Afghanistan im Einsatz. (Quelle: DLF - Nachrichten 19.1.12)

 

US Drohnen wieder im Einsatz

Gut einen Monat nach dem Tod von 24 pakistanischen Soldaten haben die USA ihre Drohnenangriffe in Pakistan  am 10. Januar wieder aufgenommen. (Quelle: Friedensratschlag 13.1.12)

www.ag-friedensforschung.de/regionen/USA/drohnen2.html

 

Das "Kill Team"

Eine Gruppe von US - Soldaten ermordet in Afghanistan unschuldige Zivilisten - der Fall geht um die Welt. (Quelle: Zeit - Magazin Nr.2  05.01.12)

http://www.zeit.de/2012/02/Soldaten-Kill-Team/seite-1

 

Taliban wollen Verbindungsbüro in Katar eröffnen

Es könnte ein wichtiger Schritt für Friedensverhandlungen mit dem Westen sein: Die Taliban wollen ein Verbindungsbüro im Golfstaat Katar einrichten - ihren Kampf gegen die Truppen der Nato wollen sie aber fortsetzen. (Quelle: Spiegel - Online 03.01.12)

 

WikiLeaks gründet Sympathisanten - Netzwerk

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks will ihre Unterstützer besser organisieren. Mit einem eigenen Social Network für die Sympathisanten soll der weltweiten Fangemeinde der Plattform mehr Struktur und damit größere Schlagkraft verliehen werden. "Friends of WikiLeaks" soll das Netzwerk heißen, kurz FoWL. ( http://www.support-julian-assange.com/tag/friends-of-wikileaks/ )

Aus dem Gründungs-Manifest: "Seit seiner Gründung sind viele kleine Gruppen zur Unterstützung von WikiLeaks entstanden. Sie haben sich ohne globalen Zusammenhang geformt und nur eine kleine Fraktion der Leute, die Wikileaks unterstützen haben einen Weg gefunden gemeinsam die Organisation praktisch zu verteidigen. FoWL wird diese Leute, Gruppen und Organisationen vernetzen, so dass sich Synergien ergeben können und wir gemeinsam produktiv und effizient arbeiten können." (Quelle: Spiegel - Online 18.12.11)

 

Die USA setzen ihre Drohnenangriffe in Pakistan aus

Die angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern sollten nicht belastet werden, sagen amerikanische Diplomaten. Doch auch die Drohung Islamabads, künftig die Angreifer abzuschießen, hat wohl zu der Entscheidung beigetragen.

Zuletzt hat der Beschuss von zwei pakistanischen Grenzposten durch Nato-Hubschrauber Ende November die Stimmung gegen die USA angeheizt. Dabei kamen 24 pakistanische Soldaten ums Leben. Islamabad wirft den USA und der Nato vor, wissentlich auf die Stellungen geschossen zu haben.

Die für die Nato in Afghanistan wichtigen Versorgungswege in Pakistan sind seit dem Vorfall gesperrt, die USA mussten zudem am Wochenende einen Luftwaffenstützpunkt im südwestpakistanischen Balutschistan räumen, von wo bislang Drohnen starteten.

US-Geheimdienste warnen vor pakistanischen Attacken

Pakistans Militär hat seinen Soldaten in der betroffenen Region außerdem die Erlaubnis erteilt, ab sofort Drohnen abzuschießen. Das dürfte der Hauptgrund für den Stopp der Luftangriffe sein, vermuten Beobachter. Washington hat zuletzt Drohnen in Iran und auf den Seychellen durch Abstürze verloren. Es wäre "alles andere als erfreulich", wenn man jetzt auch noch ein Fluggerät in Pakistan verliere, sagt ein US-Diplomat. Zudem wolle man sicherstellen, dass Pakistan die Nachschubwege für die Nato in Afghanistan "möglichst bald" wieder freigebe.

Die vorläufige Aussetzung der Drohnen-Attacken dürfte auch mit beunruhigenden Beobachtungen der US-Geheimdienste zu tun haben, die recht konkret vor möglichen Attacken des pakistanischen Militärs auf Drohnen und Helikopter der Isaf oder der US-Armee warnen. Spätestens seit dem Tod von Osama Bin Laden, so die Analyse, bereite sich die pakistanische Armee auf ein aus pakistanischer Sicht "direkt bevorstehendes Eindringen von US- oder Koalitions-Truppen in Nord- und Südwaziristan" vor.

In einem streng geheimen Bericht eines amerikanischen Militärgeheimdienstes hieß es schon Ende September 2011, dass die pakistanische Armee die Grenzlinie zwischen Afghanistan und dem eigenen Territorium mit zusätzlichen Radaranlagen, die den Himmel speziell nach Fluggeräten in niedriger Höhe wie Hubschrauber absuchen, und größeren Flugabwehrgeschützen vom Kaliber 155 ausgerüstet habe. Wo diese technischen Gerätschaften nicht zum Einsatz kämen, habe das Militär Posten mit Beobachtern in den Bergen stationiert.

Zum einen, so die Analyse des Dienstes, wollten die Pakistaner damit mögliche Operationen von Spezialeinheiten der Amerikaner verhindern. Ebenso aber warnt der Bericht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE, dass die Aufrüstung an der Grenze "die Entdeckungsmöglichkeit, speziell von niedrig fliegenden Fluggeräten wie Helikoptern und Drohnen" steigern werde. (Quelle: Spiegel - Online 14.12.11)

 

Das Verhältnis zwischen den USA und dem Verbündeten Pakistan wird immer schwieriger.

Jetzt will der US-Kongress Islamabad finanziell unter Druck setzen. Hilfsgelder in Höhe von 700 Millionen Dollar sollen nur fließen, wenn das Land stärker gegen Waffenlieferungen an Aufständische vorgeht.

Die USA sind im militärischen Bereich der zweitgrößte Geber nach China und der größte im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung. In den vergangenen zehn Jahren hat Pakistan von den Vereinigten Staaten mehr als zehn Milliarden Dollar Hilfe erhalten, größtenteils im militärischen Bereich. Washington erhoffte sich dadurch, dass Islamabad massiv gegen Extremisten auf pakistanischem Boden vorgehen würde. Im vergangenen Jahr genehmigten die USA weitere 7,5 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2014 im nicht-militärischen Bereich.

Pakistanische Politiker und Militärs erklären regelmäßig, das Land könnte auf die Zahlungen aus den USA verzichten. Pakistan wurde von Washington nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in ein Anti-Terror-Bündnis gedrängt und ist seit Juni 2004 offiziell ein "wichtiger Nicht-Nato-Verbündeter" mit Zugriff auf westliche Waffentechnologie. Seither, kritisiert die Führung des Landes, werde Pakistan von Terroranschlägen überzogen. Nicht nur Islamisten, sondern auch moderate Muslime kritisierten, Pakistan habe sich von den USA kaufen lassen. Muslimische Soldaten bekämpften nun Muslime. Pakistanische Analysten bewerten den volkswirtschaftlichen Schaden in Pakistan auf mehr als 100 Milliarden Dollar, also weitaus höher als die Hilfszahlungen aus den USA.(Quelle: Spiegel - Online 13.12.11)

 

Pakistan blockiert die Versorgung für die Nato in Afghanistan,

nachdem die alliierten Streitkräfte Ende November zwei Grenzposten aus der Luft angegriffen und dabei 24 pakistanische Soldaten getötet haben. "Die Blockade wird womöglich mehrere Wochen andauern", sagt Premierminister Yousuf Raza Gilani dem britischen Sender BBC.

Die Container türmen sich in den zwei Häfen der pakistanischen Millionenmetropole Karatschi. Etwa 2000 Boxen stehen hier mittlerweile, außerdem rund 1200 Militärfahrzeuge, sagen die Hafenarbeiter. Für neu ankommende Ladung ist kein Platz mehr. Selbst vor dem Ölterminal wird es eng: Dort sind Hunderte von Tanklastwagen geparkt. Auch vor den Grenzübergängen zu Afghanistan stehen die Lastwagen seit Tagen Schlange. Es gibt kein Durchkommen mehr. (Quelle: Spiegel - Online 12.12.11)

 

Nato stationiert leise Killer im Bundeswehrgebiet

Sie sind unbemannt, leise und tödlich präzise: Erstmals stationiert die Nato im Gebiet der Bundeswehr in Afghanistan vier Kampfdrohnen vom Typ "Gray Eagle". Von Masar-i-Scharif aus sollen sie mit Live-Bildern und "Hellfire"-Raketen bei der Jagd auf Taliban-Kämpfer eingesetzt werden. (Quelle: Spiegel - Online 02.12.11)

 

Die Räuberbank von Kabul

Bei der Debatte über den Abzug aus Afghanistan geht es auch um die Frage, welches Regime der Westen da gerettet hat. Über die Korruption in Kabul hatten die Experten wenig Illusionen. Doch die schlimmsten Befürchtungen werden noch übertroffen. (Quelle: Le Monde 11.11.2011)

www.monde-diplomatique.de/pm/2011/11/11.mondeText.artikel,a0016.idx,1

 

WikiLeaks - Ermittlungen - Twitter muss Nutzerdaten herausgeben

Wer hat wann von wo aus Twitter genutzt? Solche Informationen muss Twitter dem US-Justizministerium in der WikiLeaks-Ermittlung aushändigen. Prominente Unterstützer der Enthüllungsplattform aus Island und den Niederlanden hatten dagegen geklagt, ein Bundesrichter lehnte ihren Antrag ab.

Die Betroffenen und die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) äußerten sich enttäuscht. "Mit dieser Entscheidung sagt das Gericht allen Nutzern von Online-Diensten mit Sitz in den USA, dass die US-Regierung einen geheimen Zugang zu ihren Daten hat", kritisierte die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jónsdóttir, eine der drei Personen, deren Daten die US-Justiz beantragt hat. Die Entscheidung sei "ein großer Schritt rückwärts für das Vermächtnis der USA in der Meinungsfreiheit und beim Recht auf Privatsphäre".

Zugriff auf Verbindungsdaten im Geheimverfahren

Gefordert werden Informationen über jeden Twitter-Account, der in Verbindung mit WikiLeaks, Jacob Appelbaum, Rop Gonggrijp, Birgitta Jónsdóttir , Julian Assange und Bradley Manning steht. Der US-Soldat Manning sitzt seit Monaten in Haft, weil er der Enthüllungsplattform Datensätze zugespielt haben soll.

Das US-Justizministerium verlangt der Subpoena zufolge umfassendes Datenmaterial von Twitter. Und zwar:

1. Klar und Benutzernamen dieser Personen und alle verfügbaren Informationen über andere Identitäten

2. Privat - und Geschäftsadressen, E - Mail-Adressen und andere Kontaktdetails

3. Sämtliche Details über die Twitter - Nutzung dieser Personen (verbindunggsadressen, Art der genutzten Dienste, Dauer der Verbindungen)

4. IP -Adressen, Telefonnummern, Verbindungsdaten und alle Netzwerkinformationen die in Zusammenhang mit Twitter - Nutzung der genannten Personen angefallen sind. 

Kein Auskunftsrecht für die Betroffenen

Das Gericht entschied zudem, dass die Kläger kein Recht haben zu erfahren, ob das US-Justizministerium gegen andere Internetdienstleister vergleichbare Entscheidungen erwirkt hat. Auch der Twitter im vergangenen Dezember zugestellte Beschluss war ursprünglich vom Gericht zur Geheimsache erklärt worden. Twitter dürfe "die Existenz dieser Entscheidung" oder "dieser Untersuchung" nicht gegenüber den "genannten Nutzern oder irgendeiner anderen Person" enthüllen, solange dies nicht vom Gericht erlaubt werde.

Twitter wehrte sich erfolgreich gegen dieses Verbot und informierte dann die betroffenen Nutzer. Nur so hatten sie überhaupt erst die Chance, gegen den Beschluss zu klagen. (Quelle: Spiegel - Online 11.11.11)

 

Koalition skizziert den Truppenabzug aus Afghanistan

Die Bundesregierung hat erstmals einen Plan für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vorgelegt. Zunächst, so ein Schreiben von Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle an die Spitzen der Fraktionen, soll die Höchstgrenze des Kontingents im neuen Mandat für das Jahr 2012 von bisher 5350 Mann auf 4900 reduziert werden. Bis zum Ende des Jahres 2013 sollen nur noch 4400 Soldaten in Afghanistan stationiert sein, heißt es in dem Papier, wenn es die Entwicklung der Sicherheitslage und Fortschritte bei der lokalen Armee erlauben.

Faktisch bedeutet der Plan für den Abzug zunächst keine wirkliche Verkleinerung des Kontingents in Afghanistan... . Zunächst soll die sogenannte flexible Reserve von 350 Mann gestrichen werden. Diese Reserve, gedacht für Notsituationen, ist in Deutschland stationiert und bisher nie zum Einsatz gekommen. Zudem soll die Reduzierung des Mandats durch die Eingliederung der bisher in den Awacs - Überwachungsflugzeugen eingesetzten Bundeswehrsoldaten möglich werden.

 

Grüne sprechen von "Scheinabzug"

Harsche Kritik dagegen kommt von den Grünen. Verteidigungsexperte Omid Nouripour sprach von einem "Scheinabzug" und "reiner Symbolpolitik", da zunächst nur die Reserve gestrichen werde und es im Jahr 2012 keinen wirklichen Abzug gebe. "Die Regierung will mit den Zahlenspielen Nebelkerzen werfen", sagte Nouripour, "dabei ist ein echter Abzug auch in den kommenden Monaten möglich." Tatsächlich werden die Besatzungen für die fliegenden Radarstationen wohl im Laufe des Jahres 2012 überflüssig, da bis dann ein auf dem Boden stationiertes System bereitstehen soll. (Quelle : Spiegel - Online 10.11.11)

 

verdeckte Operationen von US - Sonderkommandos (Anfrage des Abgeordneten H. C. Ströbele an die Bundesregierung)

US Sonderkommandos haben bei 1410 verdeckten Operationen allein zwischen dem 28.01.11 und 29.04.11 im Bereich des unter deutscher Führung stehenden Regionalkommandos Nord in Afghanistan 485 Verdächtige getötet. 2169 Personen seien gefangen genommen worden. 479 Operationen hätten dem Ziel "capture or kill" (gefangennehmen oder töten) gedient.

Eine Untersuchung der Pressemitteilungen der ISAF über einen Zeitraum von fast 2 Jahren besagt, daß im Durchschnitt nur 10 Prozent  der "capture or kill" Operationen in Afghanistan im Bereich des Regionalkommandos Nord stattfinden. (Quelle: "Junge Welt" 10.11.11)

 

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange darf von Großbritannien an Schweden ausgeliefert werden.

Das hat der Londoner High Court am Mittwoch in zweiter Instanz entschieden. Das Gericht verwarf damit eine Berufung von Assange. Nun bleibt dem WikiLeaks-Gründer nach einem Bericht des "Guardian" noch eine letzte Berufung beim Supreme Court. Wie die BBC berichtet, haben Assanges Anwälte diesen Schritt bereits angekündigt. (Quelle Spiegel - Online 02.11.11)

 

Tote, Verletzte und Kosten des Militäreinsatzes in Afghanistan für Deutschland

52 deutsche Soldaten sind bisher in Afghanistan gefallen. Rund 200 Soldaten wurden verletzt. Von den über 98 000 bisher eingesetzten deutschen Soldaten sind über 1800 schwer traumatisiert. Etwa 4,8 Milliarden Euro hat die Militäroperation Deutschland in der Zeit von 2001 bis 2010 gekostet. (Quelle: Spiegel Nr.36 vom 05.09.11)

ISAF - Truppenstärke in Afghanistan (ohne Söldner und Geheimdienste)

USA: 90 000 / Großbritannien 9500 / Deutschland 4900 / Frankreich 3850 / Italien 3800 / Kanada 2900 / Polen 2500 ... Soldaten (Quelle: Arte " Mit offenen Karten" 13.8.11) 

 

Bundeswehr kooperiert mit ehemaligem Warlord und Milizenfüher - Ata

Deutschland geht mit dem Warlord Mohammed Ata eine umstrittene - politische Allianz ein. M. Ata werden Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. Ein Tribunal, dass Kriegsverbrecher in Afghanistan anklagt ist zur Zeit nicht in Sicht. Eine gesetzliche Amnestie schützt die Abgeordneten im Parlament. (Quelle: DLF - Hintergrund 31.05.11 / Martin Gerner)

 

Bin Laden in Abbottabad (Pakistan) getötet

US - Spezialkräfte (Navy Seals) erschießen Osama Bin Laden (Quelle: Spiegel - Online 02.05.11)

 

WikiLeaks - Petition - Hilfe und Unterstützung von Bradley Manning

Lassen Sie uns eine weltweite Protestwelle an die US-Regierung aufbauen, um die Folter von Bradley Manning zu beenden und die Rechtsordnung zu verteidigen. Unterzeichnen Sie die Petition und senden Sie diese dann an alle Ihre Freunde und Bekannten weiter -- diese Botschaft wird mit Hilfe von schlagkräftigen Anzeigenkampagnen und Aktionen in Washington DC übergeben, sobald wir 250,000 Unterschriften erreicht haben:
https://secure.avaaz.org/de/bradley_manning/97.php?cl_tta_sign=8935643b1c67ea3031e7554934f2292a

 

Scharfschützen in Afghanistan

140 deutsche Scharfschützen waren 2010 in Afghanistan im Einsatz - doch Angaben über ihre Aktivitäten sind spärlich, kritisiert Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Interview. Er fordert von der Bundeswehr Informationen über Zielpersonen und Opfer.

Ströbele: Die Antworten der Bundesregierung sind sehr unbefriedigend. Sie behauptet, die Scharfschützen dürften nur bei einer unmittelbaren Verknüpfung mit Kampfhandlungen gegen Personen tätig werden, die an den konkreten Feindseligkeiten teilnehmen. Und die Bundeswehr beteilige sich nicht an dem "Targeted Killing", dem gezielten Töten von auf einer Liste genannten Personen.

Aber es gibt Berichte eines Scharfschützen, der in Tschahar Dar eingesetzt war und auf Zielpersonen sogar Tag und Nacht wartete, die er nicht kennt, und auf die er dann aus 800 bis 1000 Meter Entfernung schießen soll, ohne dass es vorher zu Kampfhandlungen kommt, an der die Zielperson beteiligt ist. Gerade für solche Einsätze sollen Scharfschützen ausgebildet werden.(Quelle: Spiegel – Online 29.03.11)

 

Bundestag beschließt AWACS - Einsatz in Afghanistan

Der Bundestag hat die Ausweitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes beschlossen und stellt bis zu 300 Bundeswehrsoldaten für die Luftraumüberwachung bereit. Die Truppenstärke der Bundeswehr in Afghanistan wächst damit auf bis zu 5300 Soldaten.

Die schwarz-gelbe Koalition und die SPD stimmten dafür, dass die Spezialisten in AWACS-Luftüberwachungsflugzeugen zivile und militärische Flugbewegungen koordinieren sollen. Für den Antrag 407 stimmten Abgeordnete. 113 waren dagegen, 32 enthielten sich. Neben Union und FDP hatte auch die SPD in der Debatte ihre mehrheitliche Zustimmung angekündigt. Die Linke und die Grünen lehnen den Einsatz ab. (Quelle: tagesschau.de 25.03.11)

Die Bundeswehr stellt rund ein Drittel der Awacs-Besatzungen der Nato-Flotte. Die Flugzeuge sind unbewaffnet. Sie können aus einer Höhe von 9000 Metern jeweils eine Region von mehr als 300.000 Quadratkilometern - etwa die Fläche Polens - überwachen und in der Luft betankt werden. Die fliegenden Radarstationen gehören der Nato und sind im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen stationiert. (Quelle: Spiegel - Online 18.03.11)

 

 

WikiLeaks - Bradley Manning- Schwere Schikane

Die Haftbedingungen des mutmaßlichen WikiLeaks - Informanten Bradley Manning sind erneut verschärft worden. Selbst US - Politiker halten sie für ungesetzlich. 23 Stunden verbringt Manning allein in seiner Minizelle. In der ihm zustehenden "Übungsstunde" wird er in einen anderen Raum gebracht, den er dann abschreiten kann. Ende Mai 2010 wurde Manning verhaftet, seit Juli sitzt er als Häftling der maximalen Sicherheitsstufe in Quantico ein. (Quelle Spiegel Nr.11 vom 14.03.11) 

 

 

Afghanische Nationalarmee (ANA)

Bisher zählt die afghanische Armee rund 150.000 Angehörige, aber nur etwa einer von zehn Soldaten kann nach Aussagen von Nato - Trainern lesen und schreiben. Seit das Gehalt für Soldaten vor einem Jahr auf 165 Dollar pro Monat erhöht wurde, plus 45 Dollar Kampfprämie, gibt es genügend Bewerber aus denen das Verteidigungsministerium auswählen kann.  (Quelle Spiegel Nr.9 28.02.11)

 

 

Urteil gegen WikiLeaks - Gründer

Ein britischer Richter hat entschieden: Die Auslieferung Julian Assanges nach Schweden ist rechtens. Dort droht dem WikiLeaks-Gründer ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung. Assange kündigte bereits Revision an. (Quelle: Spiegel - Online 24.2.11)

 

Bundestag segnet neues Afghanistan - Mandat ab

420 Abgeordnete votierten für die Verlängerung bis zum 31. Januar 2012, 116 dagegen. 43 Parlamentarier enthielten sich.

Die Mandatsobergrenze von 5000 Soldaten plus einer Reserve von 350 Soldaten bleibt unverändert. Derzeit sind knapp 4900 deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Insgesamt 45 Bundeswehrsoldaten kamen dort seit 2002 ums Leben. Die Nato will den Kampfeinsatz am Hindukusch bis Ende 2014 beenden. (Quelle: Spiegel - Online 28.1.11)

 

Kundus  - Konsequenzen der Bomben auf 2 Tanklastzüge im September 2009

Die Opfer von Kundus haben 277 Waisenkinder hinterlassen. (Quelle: ARD "Anne Will" 23.1.11 J. Todenhöfer)

 

Kommando Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan

Das KSK ist mit dem Aufbau einer Elite - Einheit der afghanischen Armee beauftragt. (Quelle: DLF 15.1.11)

 

Nato startet Awacs - Mission ohne Deutschland

Der Nato-Rat hat beschlossen, die aus Sicht der Allianz dringend notwendige Awacs-Mission über Afghanistan http://www.spiegel.de/thema/afghanistan/vorerst ohne Deutschland zu starten. Zunächst übernehmen nun Großbritannien und Frankreich für 90 Tage diese Aufgabe, hieß es am Wocheende in deutschen Regierungskreisen.

Die Bundeswehr stellt rund ein Drittel der Awacs-Besatzungen der Nato-Flotte. Die Flugzeuge sind unbewaffnet. Sie können aus einer Höhe von 9000 Metern jeweils eine Region von mehr als 300.000 Quadratkilometern - etwa die Fläche Polens - überwachen und in der Luft betankt werden.

Die Nato-Frühwarnflotte besteht aus zwei Einsatzverbänden mit 24 Awacs-Maschinen, 17 in Geilenkirchen bei Aachen und 7 im britischen Waddington. Die Awacs wurden zum Beispiel über Bosnien und während des Golfkriegs über der Türkei eingesetzt. (Quelle: Spiegel - Online 10.01.11)

 

USA planen weitereTruppenaufstockung

In den nächsten Wochen wollen die USA weitere 1400 Soldaten (Marine-Infanteristen) nach Afghanistan schicken. (Quelle: DLF 06.01.11)

Die USA haben derzeit rund 100.000 Soldaten am Hindukusch stationiert. Im vergangenen Jahr, dem blutigsten seit Beginn des internationalen Einsatzes im Jahr 2001, kamen rund 10 000 Menschen in dem Land ums Lebenhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737401,00.html, darunter mehr als 700 ausländische Soldaten. Seit Einsatzbeginn starben rund 2300 internationale Soldaten, davon etwa zwei Drittel aus den USA. (Quelle: Spiegel Online 06.01.11)

 

WikiLeaks Enthüllungen - USA und Deutschland planen Späher im All

Die USA und Deutschland beraten laut WikiLeaks - Enthüllungen über die Entwicklung von neuen Spionagesatelliten. Das geht nach SPIEGEL - Informationen aus Depeschen der US-Botschaft in Berlin aus der Zeit zwischen Februar 2009 und Februar 2010 hervor.

Das Projekt namens HiROS (High Resolution Optical System) sieht den Bau von sechs Satelliten vor, die ab 2014 hoch auflösende Bilder zur Verfügung stellen sollen. Die Fotos sollen noch Objekte von 50 Zentimeter Größe erkennbar machen und in wesentlich kürzerer Zeit zur Verfügung stehen als bisher üblich. Auch sollen die Satelliten dank Infrarottechnik nachts einsetzbar sein. (Quelle: Spiegel – Online 03.01.11)

 

U.S. Airforce testet neue Superdrohne

Mit ihren neun Kameras kann sie eine ganze Stadt im Blick behalten: Die US - Luftwaffe testet derzeit ein neues unbewaffnetes Hightech- Drohnen Überwachungssystem - genannt "Gorgon Stare" - das noch in diesem Winter im Krieg in Afghanistan eingesetzt werden soll. Das System kann dramatisch größere Areale überwachen als bisherige Modelle. Der fliegende Superspion soll den Militärs entscheidende Vorteile im Afghanistan-Krieg bringen. (Quelle: Spiegel – Online 03.01.11)

 

Mehr als 10 000 Tote im Jahr 2010 in Afghanistan

Grausame Bilanz für Afghanistan:Der Krieg hat nach Angaben einer unabhängigen Organisation vergangenes Jahr mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet, unter den Todesopfern waren auch 2000 Zivilisten.

Die UNO http://www.spiegel.de/thema/uno/geht von einer höheren Opferzahl aus: In einem im Dezember veröffentlichten Bericht schätzte sie die Zahl der getöteten Zivilisten zwischen Januar und Oktober auf 2412, das entspricht einer Steigerung um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Laut icasualties.org kamen zudem 711 ausländische Soldaten im vergangenen Jahr ums Leben, das das blutigste seit Beginn des internationalen Einsatzes in Afghanistan 2001 ist. (Quelle: Spiegel - Online 02.01.11)

 

WikiLeaks - UNO prüft Misshandlungsvorwürfe im Fall Manning

Die Vereinten Nationen schalten sich in den Fall Bradley Manning ein: Der US-Soldat sitzt seit Monaten in Haft, weil er der Enthüllungsplattform WikiLeaks Datensätze zugespielt haben soll. Besucher berichten von Misshandlungen, der Folterbeauftragte der Uno geht den Vorwürfen nun nach. (Quelle: Spiegel - Online 23.12.10)

 

Terroranschlag mit Bezug auf Afghanistan in Schweden (Stockholm) (Quelle: DLF 12.12.10)

 

Deutschland bei Afghanen so unbeliebt wie nie

Das Ansehen ausländischer Soldaten in Afghanistan ist laut einer Umfrage auf ein Rekordtief gefallen. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr befürworten fast 40 Prozent der Befragten Anschläge auf die internationale Truppe.

Neun Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes stellen zwei Drittel der Bevölkerung den Verbündeten ein negatives Zeugnis aus. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von ARD, ABC, BBC und der "Washington Post" hervor.(Quelle: Spiegel - Online 6.12.10)

 

Cyberangriffe auf Plattform von WikiLeaks

WikiLeaks war in den vergangenen Tagen offensichtlich wegen Cyberangriffen oft schwer zu erreichen.http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,732009,00.html Bei den DDoS-Attacken werden Server durch eine Vielzahl automatisch gesteuerter, gleichzeitiger Anfragen aus dem Netz ausgebremst, im schlimmsten Fall komplett lahmgelegt. Üblicherweise werden solche Angriffe von sogenannten Botnets ausgeführt - großen Netzwerken, die aus Rechnern zusammengestellt werden, die zum Beispiel von einer Trojaner-Schädlingssoftware befallen sind. Die Besitzer dieser Rechner merken oft nicht mal, dass ihre Computer Teil eines Großangriffs sind.

Die WikiLeaks-Internetseite ist grundsätzlich und weiterhin unter der Adresse 213.251.145.96 erreichbar. Alle Internetseiten haben einen solchen Zahlencode - die sogenannte IP-Adresse - als Basisadresse. Damit niemand den Code eintippen muss, gibt es sogenannte DNS-Provider wie EveryDNS. Sie fungieren als Telefonbücher des Internet: In ihren Datenbanken steht, welche IP-Adresse zu welchem Seitennamen gehört. Wer wikileaks.org eintippte, wurde über EveryDNS zu 213.251.145.96 verbunden.

Online Händler Amazon sperrt WikiLeaks von seinen Servern aus. US-Senator Joe Lieberman hatte zuvor offenbar bei Amazon interveniert. Der parteilose, den Demokraten nahestehende Vorsitzende des Senatsausschusses für Heimatschutz habe dem Konzern mit einem Boykott gedroht, berichtete der britische "Guardian".

Nach dem ersten Kennungsentzug war WikiLeaks auf die Schweizer Adresse umgezogen - doch wikileaks.ch war am Abend nicht mehr erreichbar. Wenig später verkündete WikiLeaks auf Twitterhttp://twitter.com/wikileaks/status/10750283525136384, nun unter drei weiteren Kennungen erreichbar zu sein: wikileaks.de, wikileaks.fi und wikileaks.nl.

Nun brachte auch die Piratenpartei Deutschlands Wikileaks auf ihren Servern unter. "Im Moment findet ein Cyberkrieg statt", erklärte Wolfgang Dudda vom Vorstand der Partei. "Es werden alle technischen Register gezogen, um Wikileaks mundtot zu machen." Als Partei der Bürgerrechte könne die Piratenpartei da nicht einfach zusehen. (Quelle: Spiegel - Online 04.12.10 / Auszüge)

 

WikiLeaks Enthüllungen - zum Einsatz von Streubomben in Afghanistan (Briten tricksen bei Streubomben - Verbot)

Eigentlich wollte Großbritannien bis 2013 alle Streubomben-Vorräte aus seinem Hoheitsgebiet verbannen. Doch die von WikiLeaks enthüllten US-Depeschen zeigen nun, dass für US-Produkte Ausnahmen gelten sollten.

Die USA dürften auch nach 2013 das britische Überseeterritorium Diego Garcia für den Transport ihrer Streubomben nutzen, sagte Pickard laut einer Depesche vom 21. Mai 2009. Die Offshore-Lagerung der Bomben auf den amerikanischen Kriegsschiffen vor der Küste sei weiterhin erlaubt. Die US-Partner müssten künftig nur jedes Mal eine Erlaubnis einholen, wenn sie die Bomben von den Schiffen an Land bringen und sie auf Flugzeuge verladen.

Die USA betrachten Streubomben als legitime Waffen und lehnen das internationale Verbot ab. Die US-Militärbasis auf dem Atoll Diego Garcia im indischen Ozean ist einer der Dreh- und Angelpunkte im Afghanistan - Krieg ein britisches Streubomben-Veto wäre mehr als lästig gewesen. (Quelle: Spiegel - Online 2.12.10 / Auszug)

 

Tornados werden gegen Drohnen ausgetauscht

Die Bundeswehr hat ihre 6 Tornados aus Afghanistan abgezogen. Stattdessen haben Drohnen die Aufklärungsflüge übernommen. (Quelle: DLF 30.11.10)

 

WikiLeaks veröffentlicht ca 250 000 Dokumente

Allein 1700 Dokumente wurden aus der US - Botschaft in Berlin veröffentlicht. Ein Teil der Berichte geht auf die Situation in Afghanistan und Pakistan ein. So sind z. B. brisante Einschätzungen der Amerikaner über den afghanischen Präsidenten Karsai offengelegt worden. Auch Pakistan spielt in den Papieren eine Rolle. Angesichts der labilen politischen Lage wird die Angst vor Uranium diskutiert. (Quelle: DLF 28.11.10)

 

Berlin bremst Awacs - Einsatz aus

Die Bundesregierung blockiert nach SPIEGEL-Informationen durch ablehnende Signale den Neustart einer Nato - http://www.spiegel.de/thema/nato/Mission zur Überwachung des Luftraums über Afghanistan durch Awacs-Flugzeuge. Im Nato-Hauptquartier will man den Einsatz der fliegenden Radarstationen über dem Hindukusch gern Ende 2010 starten. Bisher hatten die USA diese Aufgabe übernommen. Ab dem Frühjahr 2011 wollte das Hauptquartier dazu auch bis zu hundert deutsche Soldaten einsetzen, die von der türkischen Luftbasis Konya aus gen Afghanistan http://www.spiegel.de/thema/afghanistan/starten sollten.

Hintergrund - Bundeswehr stellt ein Drittel der Awacs-Besatzung

Die ablehnende Haltung stellt nun die gesamte Mission in Frage. Ohne die deutsche Beteiligung ist der Einsatz "nicht dauerhaft durchhaltefähig", heißt es in einer militärischen Analyse aus dem Verteidigungsressort.http://www.spiegel.de/thema/karl_theodor_zu_guttenberg/

Die Bundeswehr stellt rund ein Drittel der Awacs-Besatzung. Die Flugzeuge sind unbewaffnet, können aus einer Höhe von 9000 Metern jeweils eine Region von mehr als 300.000 Quadratkilometern - etwa die Fläche Polens - überwachen und in der Luft betankt werden. Die fliegenden Radarstationen gehören der Nato und sind im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen stationiert.

Die USA und Großbritannien hatten ihre Unterstützung für den neuen Anlauf für die fliegenden Augen der Nato bereits zugesagt, die Briten hätten laut den anfänglichen Planungen vom Dezember bis Februar 2011 die Besatzungen für die Jets gestellt.

Das zunächst im Sommer 2009 erteilte Mandat des Bundestags für eine deutsche Beteiligung an den Überwachungsflügen war im Dezember 2009 nicht verlängert worden, weil auch nach zähen Verhandlungen Turkmenistan und Aserbaidschan die Überflugrechte verweigerten. Die Staaten fürchteten angeblich Spionage durch die Radarflieger.

Die neue Lösung für den Anflug gen Hindukusch ist immer noch kompliziert. So sollen die Awacs-Jets im türkischen Konya stationiert werden, von dort würden sie in sechseinhalb Stunden über den Irak und dann in einer südlichen Schleife über Oman und Pakistan ins Einsatzgebiet fliegen, über Afghanistan könnten sie dann acht Stunden den Luftraum überwachen und in Masar-i-Sharif zwischenlanden.

Aus Sicht der Nato ist der Einsatz der Awacs dringend notwendig, da es über dem krisengeschüttelten Land noch immer kein flächendeckendes Radar gibt. Besonders durch den rapide wachsenden zivilen Luftverkehr kommt es immer wieder zu Ballungen und Problemen, wenn viele Flugzeuge in einem Luftkorridor fliegen. Zudem könnten die Awacs-Jets als Relaisstationen für den militärischen Funkverkehr eingesetzt werden. (Quelle: Spiegel - Online 27.11.10)

 

WikiLeaks kündigt neue brisante Veröffentlichungen an

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks will in den nächsten Tagen erneut Hunderttausende geheime Aufzeichnungen aus dem Schriftverkehr der rund 300 US - Botschaften in aller Welt veröffentlichen. Vorallem sollen die europäischen US - Botschaften betroffen sein.

Vertreter der US - Regierung befürchten, dass die von WikiLeaks angedrohten Veröffentlichungen zu ernsten Spannungen zwischen Washington und seinen Alliierten führen. Außerdem geht im State Department die Angst um, dass US - Diplomaten ausgewiesen und die an den Botschaften stationierten Mitarbeiter des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA und der US - Militärgeheimdienste enttarnt werden könnten. (Quelle DLF 26.11.10)

 

Nato - Treffen in Lissabon 

Gut 130 000 Soldaten sind derzeit in Afghanistan im Einsatz. In den kommenden 3 Jahren soll der Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte forciert werden und zugleich der Abzug aus Afghanistan erfolgen. Mitte 2011 wollen die USA mit dem Abzug beginnen. Bis Ende 2014 soll Afghanistan für seine Sicherheit vollständig selbst Verantwortung tragen. Ein kompletter Abzug aller Soldaten und Hilfskräfte ist jedoch bis Ende 2014 nicht zu erwarten. Auch danach werden noch Nato - Soldaten am Hindukush stationiert sein. Eine weitere Afghanistan - Konfgerenz soll im kommenden Jahr in Bonn stattfinden. (Quelle: DLF 20.11.10)

 

Obamas Krieg der Drohnen und die Konsequenzen für Pakistan

Eine zielgenaue Bekämpfung des Gegners auf feindlichem Gebiet, ohne Risiko für Leib und Leben eigener Soldaten - für Militärplaner und Politiker klingen die Möglichkeiten des Einsatzes von Drohnen verführerisch. Drohnen werden nicht müde. Sie können bis zu 36 Stunden ununterbrochen in der Luft bleiben. Kameras liefern selbst aus 2000 Metern Höhe noch Details. Informationen können in Sekunden mit Datenspeichern in den USA abgeglichen werden. Peter Singer gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Drohnentechnologie. Er arbeitet für das Brookings Institute in Washington und hat das Buch "Wired for War" geschrieben. Singer zur Bedeutung von Drohnen für die Zukunft bewaffneter Konflikte: "Das ist schlicht revolutionär. Die Art und Weise, mit der wir Kriegführung verändern, ist auf einer Höhe mit der Erfindung des Schwarzpulvers, der Dampfmaschine oder des Computers."

In Langley, Virginia, unweit von Washington, sitzen CIA-Angestellte an Joysticks. Monitore zeigen Bilder in Echtzeit, Bilder von mutmaßlichen Terroristen. US-Drohnen kreisen stundenlang in zwei-, dreitausend Metern Höhe über Zielobjekten, zum Beispiel in Pakistan. Sie liefern detaillierte Aufnahmen um die Welt, zurück in die USA, nach Virginia.Wenn dort dann auf den Knopf gedrückt wird, löst sich hoch über dem Himmel Pakistans eine Rakete vom Typ Hellfire. Der CIA-Mann sieht den Feuerball, er sieht danach die Trümmer am Erdboden. Die ferngesteuerte Drohne landet unversehrt und in Langley, Virginia, ist irgendwann Feierabend.

Peter Bergen und Katherine Tiedemann sind bei der New America Foundation für die akribische Auflistung von Drohnen-Angriffen verantwortlich. Bergen und Tiedemann beschränken sich auf Berichte großer Nachrichtenorganisationen mit Ressourcen in der Region. Demnach ist die Zahl der Angriffe durch Drohnen von neun zwischen 2004 und 2007 auf 34 im Jahr 2008 angestiegen. Ein Jahr später waren es 53 und im laufenden Jahr verzeichnen Bergen und Tiedemann bisher 101 Drohneneinsätze. Mit anderen Worten: Die USA töten seit Monaten zwei bis dreimal pro Woche gezielt Terror-Verdächtige. Verantwortlich für einen Großteil der Einsätze ist die CIA, die sich einer öffentlichen Diskussion darüber grundsätzlich verweigert.

Der Siegeszug der Drohne ist nicht mehr aufzuhalten. Die aktuellen ferngesteuerten Angriffe mögen für Laien nach Science-Fiction klingen. Technisch sind die heutigen Drohnen bereits veraltet. Schnellere, düsengetriebene, unbemannte Flugzeuge sind in Entwicklung, andere wiederum sind so klein, dass sie insektengleich auf einer Kugelschreiberspitze Platz finden. Kameras werden in Kürze in der Lage sein, aus 1000 Metern Höhe Fußabdrücke nicht nur zu erkennen, sondern auch zurückzuverfolgen. 44 Staaten sind bereits jetzt im Besitz von Drohnentechnologie. Die mit ihrem Einsatz verbundenen rechtlichen, ethischen und politischen Fragen sind jedoch größtenteils unbeantwortet.

Besonders umstritten ist die Zahl ziviler Opfer."Bergen und Tiedemann von der New America Foundation kommen nach Auswertung aller zur Verfügung stehenden ernstzunehmenden Quellen zu folgendem Ergebnis: Seit 2004 sind zwischen 1267 und 1945 Menschen im Nordwesten Pakistans durch Drohnenangriffe ums Leben gekommen. Wenigstens 956 und höchstens 1410 davon können als militante Kämpfer angesehen werden. Es gibt also in jedem Fall eine beträchtliche Anzahl unschuldiger Opfer.

Die Lage ist für Pakistan prekär. Die Balance zwischen den drei traditionellen Machtzentren - Regierung, Armee und Geheimdienst - ist labil und droht mit jedem Eingriff von außen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Die Drohnen der Supermacht USA gegen Terrorverdächtige in entlegenen Dörfern im Hinterland bringen die Bevölkerung immer mehr auf. Ein einziger Fehlschlag mit vielen zivilen Opfern - und das Machtgefüge in Pakistan könnte in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus. (Quelle: DLF "Hintergrund" 19.11.10 von Klaus Remme und Priya Esselborn / gekürzt)

 

"Kriegsspiele"

Von insgesamt sieben Luftwaffenbasen in den USA aus steuern Kampfpiloten insgesamt etwa 160 Drohnen der Typen MQ1 "Predator" und MQ9 "Reaper", dem Nachfolgemodell. Hinzu kommt eine große Zahl unbewaffneter Aufklärungsdrohnen sowie die Fluggeräte, die der Geheimdienst CIA betreibt.

Die Firma iRobot, hat sich in den vergangenen Jahren von einer Universitätsausgründung zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 300 Millionen Dollar entwickelt. iRobot baut neben Staubsaugerrobotern, die eigenständig durch die Wohnung ziehen, den Militärroboter namens "Packbot". Dieses Raupenfahrzeug ist groß wie eine Schubkarre, kann Treppen hochklettern, durch Matsch fahren und, je nach Kundenwunsch, Kameras und auch eine Waffe mit an Bord nehmen.

Auch die Bundeswehr ist Kunde bei iRobot. Und die Investitionen in ferngesteuerte Maschinen sollen steigen: Die deutschen Militärstrategen wollen ihre unbewaffneten Drohnen aufrüsten. Entsprechende Angebote aus den USA und Israel liegen vor. Heute schon besitzen neben den USA und Israel auch Großbritannien und Italien einige Angriffsdrohnen. Etliche andere Länder haben Interesse bekundet, darunter Pakistan und die Türkei. Ein weiteres heißes Thema für die Waffenbeschaffer in aller Welt sind neuartige Unterwasserroboter. iRobot hat inzwischen eine Firma übernommen, die auf sogenannte Glider spezialisiert ist: schlanke Röhren, die wie Torpedos durchs Meer schwimmen. Sie können über lange Zeiträume die Lage unter Wasser beobachten, sind aber auch in der Lage, Geschosse abzufeuern.

Heute verfügt die Amerikanische Luftwaffe über etwa 160 bewaffnete Drohnen, Ende 2013 sollen es 260 sein. Gegenwärtig sind 40 der Maschinen stets in der Luft, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sie sammeln Informationen, verfolgen einzelne Personen, Gruppen, Fahrzeuge, schlagen zu.(Quelle: DLF "Wissenschaft im Brennpunkt" 16.05.10 Manuskript: Jan Lublinski / gekürzt)

 

USA - setzen auf schwere Kampfpanzer im Krieg in Afghanistan

Die USA verlegen erstmals 16 schwere Abrams - Kampfpanzer nach Afghanistan. (Quelle DLF 19.11.10)

Nach Angaben der pakistanischen Zeitung The Nation sollen die Abrams (offizielle Bezeichnung M1) in der nächsten Zeit ins südliche und südwestliche Afghanistan verlegt werden und den in Kandahar stationierten US-Marines Feuerschutz geben.
Dem Blatt zufolge kämpfen die US-Truppen in Südafghanistan in den vergangenen Monaten am intensivsten seit ihrer Invasion im Jahre 2001: Allein im Oktober habe die amerikanische Luftwaffe rund eintausend Raketen und Bomben auf die Taliban-Stellungen abgeworfen. (Quelle: greenpeace magazin. / The Nation)

 

Italien will ab 2011 Truppen abziehen

Unterdessen hat Italien angekündigt, im kommenden Jahr mit dem Abzug seiner Truppen aus Afghanistan ´zu beginnen. Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte der Zeitung "La Repubblica", dass die ersten Soldaten im Sommer 2011 das Land verlassen sollten. Der Abzug solle 2014 abgeschlossen sein. Italien hat 3400 Soldaten in Afghanistan stationiert, bis Ende des Jahres soll die Zahl noch auf 4000 steigen. Sie sind vor allem im Westen des Landes im Einsatz. (Quelle: Spiegel Online 12.10.10)

 

erste westliche Armee verläßt Afghanistan</p>

Die Niederlande beginnen mit dem Abzug ihrer 1950 Soldaten aus Afghanistan. Bis zum Jahresende sollen alle Truppen abgezogen sein. Die Einheiten sollen durch Soldaten aus den USA, Singapur, Australien und der Slowakei ersetzt werden. (Quelle: tagesschau.de 01.08.10)

Der polnische Präsident Komorowski hat vor seiner Wahl den Abzug aus Afghanistan für 2012 angekündigt. Quelle: Markus Kaim "Stiftung Wissenschaft und Politik" im DLF am 21.7.10)

Kanada wird im Jahr 2011 seine Truppen aus Afghanistan abziehen. Zur Zeit sind rund 2900 Soldaten aus Kanada in der Provinz Kandahar stationiert. (Quelle: DLF 30.03.10) Seit Beginn des Einsatzes wurden 138 kanadische Soldaten und ein Diplomat in Afghanistan getötet. (Quelle: ARD.de 31.12.09)

Japan will ab 2010 den Afghanistan - Krieg nicht mehr militärisch unterstützen. (Quelle: taz 23.09.09)

 

Acht ausländische Sicherheitsfirmen in Afghanistan verboten

In Afghanistan sind acht ausländische Sicherheitsdienste verboten worden, darunter der Nachfolger der umstrittenen US-Firma Blackwater. Die Unternehmen seien aufgelöst und ihre Waffen eingesammelt worden, sagte Präsidentensprecher Waheed Omer am Sonntag.

Präsident Hamid Karsai hatte das Verbot aller privaten Sicherheitsdienste bis Ende des Jahres angeordnet. Insgesamt sind 52 ausländische und afghanische Sicherheitsfirmen in Afghanistan registriert. Offiziell sind dort 26000 Menschen beschäftigt. (Quelle: DLF 03.10.10)

 

40 US - Hubschrauber in Nordafghanistan

Die US - Armee entsendet 40 Hubschrauber zur Unterstützung der deutschen Truppen nach Nordafghanistan. Auf insgesamt 55 Maschinen soll das Kontingent aufgestockt werden. (Phoenix "Kamingespräch" mit dem Bundesverteidigungsminister Guttenberg am 01.08.10)


Bewaffnung von Warlords und Milizen

Nach dem Willen der USA sollen Milizen/Warlords in Afghanistan weiter aufgerüstet werden.  (Quelle: DLF 20.7.10)

 

 

aktuelle Themen

 

Polizeiausbildung

Anzahl der deutschen Polizeiausbilder in Afghanistan

Derzeit sind etwa 250 deutsche Polizeiausbilder in Afghanistan im Einsatz. (Quelle: DLF 07.09.10)

Deutschland hatte 2001 die Hauptverantwortung für die Polizeiausbildung in Afghanistan übernommen. Jahrelang standen nur etwa 40 Polizeiausbilder zur Verfügung. Deshalb gab es eine EU - Mission. Es sollten 500 Ausbilder geschickt werden. Diese Zahl ist bis heute nicht erreicht worden. Mittlerweile wird nicht mehr ausgebildet. Diese EU - Mission übt beratende Tätigkeiten in den Ministerien aus. (Omid Nouripour Verteidigungspolitischer Sprecher der Grünen)

Auf der Konferenz in London wurde in dieser Hinsicht ein neues Konzept formuliert. Demnach gibt es jetzt eine Kurzausbildung für die afghanische Polizei durch das US - Militär und die US Militärpolizei. Die Bezahlung der ausgebildeten Soldaten stellt ein weiteres Problem dar, weil die Aufständischen ausgebildete Polizisten besser bezahlen. Dadurch ist nach der Ausbildung der Schwund relativ hoch. (Quelle: E. R. Beck Verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU im DLF -Kontrovers- 18.04.10)

weitere Informationen zu diesem Thema im Archiv unter Punkt 25...

 

Hilfsgelder

Die Bundesregierung stockt die finanzielle Hilfe für Afghanistan um 52 Millionen Euro auf. Damit erhält das Land in diesem Jahr 144 Millionen Euro. Die Hilfen für Pakistan sollen um 10 Millionen Euro erhöht werden.

Nach dem Korruptionsindex von "Transparency International" liegt Afghanistan derzeit vor Somalia an vorletzter Stelle von 180 untersuchten Ländern. (Quelle: DLF 24.11.09)

Hintergrund - Hilfsgelder

Frauenhilfsorganisation "Medica mondiale" muß möglicherweise seine Arbeit in Kabul einstellen. Grund sind schwerwiegende Verzögerungen bei der Bewilligung von Hilfszahlungen durch Regierung und Institutionen. Eine Studie eines Zusammenschlusses von internationalen Hilfsorganisationen in Afghanistan hat kürzlich festgestellt, dass insbesondere die USA, Deutschland und die Weltbank ihre Zusagen für den Wiederaufbau Afghanistans nur teilweise eingelöst haben. Nach Zahlen der afghanischen Regierung hat die internationale Gemeinschaft seit 2001 insgesamt 25 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zugesagt, aber nur 15 Milliarden bereitgestellt. (Quelle:jW 24.08.09)

Bundesverteidigungsminister Jung betonte den deutschen Beitrag zum zivilen Aufbau, der in diesem Jahr auf 170 Millionen Euro erweitert worden sei. (Quelle: DLF 10.03.09)

 

Kosten für US - Militäreinsatz in Afghanistan

500 Milliarden Dollar hat der Krieg bis jetzt gekostet. (Quelle: dradio "Eine Welt" 25.06.11)

4 Milliarden US Dollar investieren die USA monatlich in den Krieg in Afghanistan (Quelle: DLF 20.08.09)

Erstmals plant das Pentagon mehr Geld für den Krieg in Afghanistan als für den Einsatz im Irak ein. Im Etat für 2010 seien 65 Milliarden Dollar für Afghanistan vorgesehen und 61 Milliarden für den Irak, so die Washington Post. 2009 seien es noch 87 Milliarden Dollar für den Irak und 47 Milliarden für Afghanistan gewesen. (Quelle: taz 09.05.09)

Kosten für zivile US - Berater

Eine personelle Aufstockung wird es in den kommenden Monaten auch bei den zivilen Beratern – wie Juristen und Ökonomen - geben, die der Regierung zur Hand gehen sollen. Das Jahresgehalt  dieser Experten liegt bei schätzungsweise 250 000 bis 500 000 US – Dollar.

Jeder dieser zivilen Berater wird in Kabul ein teures Haus bewohnen, dessen Bewachung durch eine private Sicherheitsfirma mindestens noch einmal soviel kosten wird. Mit von der Party sind seit Jahren in den USA lebende Exilafghanen , die als Dolmetscher für 225 000 Dollar Jahresgehalt angestellt werden. (Quelle: Le Monde 8 / 2009)