Anlage des Glossars

Einführung

Ansatz und Vorhaben 

Das Neusprech-Glossar knüpft an eine zurückliegende Initiative (Zeitraum 2004/2005) an – die Wiki-Plattform "Neosprech: Informationsseite über die Sprache des Neoliberalismus" (http://www.neosprech.de). Leider ist diese Webseite inzwischen nicht mehr aufrufbar.

Auf der Wiki-Plattform wurden 'Schlüsselbegriffe des Neoliberalismus' sowie 'Schlüsselsätze und Denkfiguren des Neosprech' gesammelt und erörtert. Der Begriff 'Neosprech', in Anlehnung an George Orwells Begriff 'Newspeak' ('Neusprech') verwendet, steht auf der Plattform für "die schönfärberische und verschleiernde Sprache, die den neoliberalen Umbau der Gesellschaft begleitet".

Das Vorhaben der AG ist, in Weiterführung der Wiki-Plattform, auf den aktuellen Sprachgebrauch – nach der jüngsten Krise des Neoliberalismus im Gefolge der globalen Finanzkrise – gerichtet und begrifflich weiter gefasst: Gesammelt werden Wörter und Wendungen, die zu neoliberalen Bestrebungen in Beziehung stehen (nicht nur spezielle Schlüsselbegriffe und Denkfiguren). In der Anfangsphase wird die Sammlung vor allem von zeitnahen Themen bestimmt, ohne dass besondere Kriterien der Auswahl vorgegeben sind; für spätere Phasen wird eine zunehmend systematische Erfassung angestrebt.

Aufbau und Gestaltung

Die Beiträge zu den ausgewählten Wörtern und Wendungen sollen analytisch-kritisch, möglichst kurz gefasst und leicht verständlich sein. Folgende inhaltliche Aspekte werden berücksichtigt:

  • normale Bedeutung des betreffenden Wortes bzw. der Wendung in der Alltags- oder Fachsprache;
  • spezielle Bedeutungszuweisung (offen oder verdeckt) im vorgefundenen Kontext;
  • Einbeziehung von Sekundärliteratur mit Quellenangaben.


Quellen für die Sammlung der Wörter und Wendungen sind vor allem die aktuellen Medien (Tagespresse, Funk- und Fernsehsendungen, Internet). Anregungen zur inhaltlich-sprachlichen Analyse bieten die Arbeitsmaterialien der AG zum Neoliberalismus (aktuell insbesondere die Unterlagen des Seminars über "Politische Implikationen von Sprache" auf der Sommerakademie ENA im August 2011 in Freiburg) und zur Textkritik. Alle Beiträge zum Glossar werden in der AG, speziell im Lesekreis, gemeinsam erörtert, bevor sie veröffentlicht werden.

Die erste Ausgabe des Glossars erschien im August 2010 als interner Entwurf zur Diskussion. Die zweite Ausgabe (November 2010) wurde im Rahmen von Attac Berlin (Plenum Dezember 2010) und damit der Öffentlichkeit vorgestellt. Es folgten und folgen weitere, laufend ergänzte und aktualisierte Ausgaben. Diese enthalten gewöhnlich die Gesamtheit der Einträge bis zum betreffenden Zeitpunkt; mit wachsendem Umfang des Glossars sollen aber auch Sonderausgaben z.B. zu einem speziellen Thema veröffentlicht werden. Das Glossar wird als Kopierexemplar, als PDF-Dokument und als Netzversion veröffentlicht und über Mailinglisten sowie auf Veranstaltungen verbreitet.

Das Glossar ist offen für die Zusammenarbeit mit anderen Attac-AGs in Berlin und bundesweit. Die Sachkompetenz aus diesen Gruppen und das Sprachinteresse unserer AG können sich dabei wirkungsvoll gegenseitig ergänzen.

(SM 8.11.2010; letzte Aktualisierung: 11.01.2013)