Ist der Umweltminister Röttgen ein Störfall für Schwarz-Gelb? Die derzeitige Debatte um den atompolitischen Kurs des Umweltministers Norbert Röttgen macht deutlich: der Druck, den die Anti-Atom-Bewegung in den letzten Monaten aufgebaut hat, zeigt ihre Wirkung. Ohne die massenhaften Proteste in den letzten Monaten wäre es wohl kaum zu einer thematischen Kernspaltung in der jetzigen Regierungskoalition gekommen, wie sie derzeit zu beobachten ist.
Aber Achtung: der schwarz-gelben Koalition geht es um eine generelle Laufzeitverlängerung von 8 Jahren. Nach dem Atomkonsens von 2002 unter Rot-Grün ist die Laufzeit für die deutschen AKWs auf durchschnittlich 32 Jahre seit Inbetriebnahme befristet. 2022 soll der letzte der noch betriebenen 17 Atomkraftwerke vom Netz gehen. Diese Frist soll nun auf 40 Jahre verlängert werden. Bei aller grünen Rhetorik gilt also: dieser Konsens soll aufgeweicht werden. Anti-Atom-Politik sieht anders aus. Von einer konkreten Abschaltung etwa der ältesten Reaktoren Biblis A und Neckarwestheim ist nicht die Rede. Kein Wunder, denn längst abgeschriebene Atomkraftwerke bescheren den Betreibern Gewinne von ca. 1 Mio. € pro Tag.
Die AG Energie von Attac Berlin setzt sich für eine konsequente Energiewende auf Grundlage der erneuerbaren Energien ein. Die Technik dafür ist längst da. Doch ein dringend benötigter Umbau des Energiesektors wird von den großen Stromkonzernen verhindert. Um Profite zu machen, setzen sie weiter auf Kohle und Atom. Deswegen lautet das Motto der Stromkonzernkampagne: "Power to the People - den Stromkonzernen den Stecker ziehen!". Wir kämpfen für eine dezentrale, ökologische, konzernfreie und demokratisch kontrollierte Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns als Teil der Anti-Atomkraft-Bewegung. Von daher rufen wir auf, sich an den zahlreichen Protesten im Jahr 2010 zu beteiligen.
Der 24.04.2010 ist zentraler Anti-AKW-Tag. Am Wochenende vor dem Tschernobyl-Tag gibt es in Deutschland drei Großveranstaltungen! Zum einen wird das Atomkraftwerk Biblis umzingelt. Außerdem gibt es eine Großdemonstration am Atommülllager Ahaus.
Die AG Energie wird sich an der Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel beteiligen. Dieses wird wohl unbestritten das aufwendigste Projekt der Bewegung. Auf einer Strecke von ca.120 Km werden die beiden Atomkraftwerke miteinander verbunden. Wenn (mit gehaltenen Transparenten) mindestens alle fünf Meter jemand stehen soll, brauchen wir immerhin noch 24.000 Menschen! Soll alle 1-2 Meter jemand stehen, sind es 100.000!
Die Region Berlin mobilisiert in einem Bündnis von verschiedenen Organisationen, welches sich in der nächsten Woche formiert, für einen Streckenabschnitt von 13 Kilometern in der Nähe von Elmshorn. Wir werden uns von der AG aus aktiv in die Organisation dieses Streckenabschnitts einbringen.
Also: kommt zahlreich! Alle Infos werden wie immer aktuell gehalten auf unserer Website.
Beste Grüße,
Eure AG Energie, i.A. Jens-Martin