Als wäre die Katastrophe von Tschernobyl nie geschehen, wird Atomenergie jetzt wieder verkauft als Klimaretter und Garant für eine sichere und preiswerte Energieversorgung. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Namen wie „Asse“ und „Krümmel“ stehen für eine beispiellose Serie von Skandalen und Pannen. Die Frage nach der Endlagerung radioaktiver Abfälle ist schlichtweg nicht lösbar. Jetzt schon werden atomare Abfälle „globalisiert“ und auf dubiosen Wegen in andere Länder abgeschoben.
Sicher ist an der Atomenergie nur eines: das Risiko! Atomenergie ist gefährlich und schlichtweg überflüssig. Sie verhindert den Ausbau der erneuerbaren Energien und die dringend benötigte Energiewende. Sie blockiert die Umstrukturierung der Energieversorgung weg von den atomaren und fossilen Großkraftwerken, hin zu einer dezentralen regenerativen Energieerzeugung.
Doch für Attac ist die Atomkraft kein reines Umweltthema. Denn mit der Atomenergie ist es wie mit der Finanzkrise: die Gewinne machen wenige, Kosten und Risiken werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Und das hat System. Der Strommarkt in Deutschland wird von vier großen Konzernen dominiert: Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Diese kontrollieren 80 % der Stromproduktion und den Großteil der Netze. Um auch weiterhin hohe Gewinne einfahren zu können, sind sie auch mit staatlichen Behörden und politischen Parteien bestens „vernetzt“.
Dabei war der Ausstieg aus der Atomenergie bereits gesellschaftlicher Konsens. Dem Lobbyismus der Konzerne ist es zu verdanken, dass der Atomausstieg gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung nun wieder in Frage steht. Denn für die Konzerne sind Atomkraftwerke reine Gelddruckmaschinen. Sie garantieren Gewinne von 1 Mio. € pro Tag und Kraftwerk. Deshalb kommen Laufzeitverlängerungen den Stromversorgern gerade recht. So ist es kein Zufall, dass die Aktienkurse der Stromkonzerne unmittelbar nach der Bundestagswahl in die Höhe schossen und der Börsenwert der Unternehmen sich um Milliarden steigerte.
Attac engagiert sich nicht nur für eine ökologische Energiewende, sondern für einen generellen Umbau der Energiewirtschaft. Im Rahmen der Kampagne „Power to the People“ fordern wir eine konzernfreie und demokratische Stromwirtschaft. Die Energiewirtschaft muss rekommunalisiert und demokratisch strukturiert werden.
Den Stromkonzernen den Stecker ziehen!
„Mal richtig abschalten!“ war auch das Motto der größten Anti-Atom-Demonstration seit Jahren am 5. September in Berlin, welche von einem breiten Bündnis der Anti-Atom-Bewegung organisiert wurde. Laut, bunt und besonders lebendig trugen zahlreiche Attacies aus ganz Deutschland den Protest auf dem eigenem Demoblock auf die Straße. Die bundesweite Mobilisierung zahlreicher Gruppen im Vorfeld sowie Organisation und Moderation des Attacblocks durch das Bundesbüro garantierten eine unübertroffene kämpferisch fröhliche Stimmung.
Doch der Protest geht weiter: auch nach der Bundestagswahl werden wir nicht locker lassen. Im Gegenteil: Nun heißt es „Warmlaufen für den Widerstand!“ . Weil die Energieversorgung ein Thema der Globalisierung ist, beteiligt sich Attac gerade jetzt nach dem Regierungswechsel an den Aktionen der Anti-Atom-Bewegung. Deshalb unterstützten wir die von .ausgestrahlt, Campact u.a. organisierte „Belagerung“ der Koalitionsverhandlungen und waren beim „Warmlaufen für den Widerstand“ , dem „längsten Anti-Atom-Transparent der Welt“ und der Umzingelung der Koalitionsverhandlungen dabei. In Berlin sind wir auch weiter mit dem „Krümmelmonster“ unterwegs und stimmen die Öffentlichkeit mit „Atomkraftwerken zum Auffressen“ auf den kommenden dauerhaften Widerstand ein.
Der Protest gegen die Atomkraft geht jetzt erst richtig los. Atomkraft ist ein sehr plastisches Beispiel für die Macht der Konzerne. Deshalb bietet der Protest gegen die Atomenergie die Chance für eine breite Mobilisierung und Bildung von Bündnissen. Unsere Forderung ist dabei dringender den je:
Den Atomkonzernen den Stecker ziehen!
Für ökologische, soziale, konzernfreie Energie!